Dezember: Das Jahresende naht…

und der Winter ist nicht mehr aufzuhalten.

Er beginnt am 22. Dezember 2019, der Wintersonnenwende (auf der Nordhalbkugel), um 05:19 Uhr mit dem kürzesten Tag mit 7 Stunden und 39 Minuten (Berlin). Das heißt aber auch, dass die Tage ab dem 23. Dezember, den ganzen Winter über, schon wieder länger werden 😊. Draußen ist es jetzt kalt, grau, meistens nass und ungemütlich aber – auch wenn es manchmal so scheint – keineswegs leblos. Da viele Abläufe in der Natur Tageslichtdauer und -temperatur gesteuert sind, gibt es nun viel Interessantes zu entdecken.

Das Große Wiesel oder Hermelin verfärbt im November auf weiß. In sehr nördlichen oder südlichen Habitaten bleibt die Verfärbung aus. Die kleinen Raubtiere bleiben weiß oder braun, als Anpassung an klimatische Gegebenheiten. Deshalb kann man bei uns jetzt mit etwas Glück weiße Hermeline im "Braungrün" von Wald und Flur beobachten, da (noch) kein Schnee liegt.

 

Auch bei unseren gefiederten Freunden haben sich die Populationen verändert. Neben den Standvögeln wie Amsel, Meise, Specht, Eichelhäher oder Kleiber, haben wir nun die durchziehenden oder verweilenden Zugvögel zu Gast. Die auffallend bunte, etwa amselgroße Wacholderdrossel aus Skandinavien oder der hübsche Seidenschwanz aus der nordischen Taiga freuen sich nun auch über das Buffet in Wald und Flur sowie am Vogelhäuschen.


Viele der früheren Zugvögel bleiben inzwischen aufgrund des milderen Klimas ganzjährig bei uns. Seit wir in unserem Garten ganzjährig füttern ist die Vielfalt der Besucher enorm gestiegen. Bitte jetzt keine Säuberungsaktionen in Nistkästen mehr durchführen, da diese gern als trockene Winterquartiere von verschiedenen Vogelarten angenommen werden.

 

Die Natur hat natürlich auch selbst für den Winter vorgesorgt. Schlehen und Berberitzen warten auf den ersten Frost. Der Efeu bietet seine vitaminreichen Beerenfrüchte nun Amsel, Drossel oder Rotkehlchen an. Vorsicht! Für Menschen sind die Beeren hochgiftig!

 

Wir denken im Winter immer an Vitamine: an Mandarinen, Orangen und Zitronen, weil die Zitrusfrüchte das populäre Vitamin C enthalten. Warum wir aber hartnäckig ignorieren, dass z.B. die Brennnessel locker die 6-fache Menge oder die Hagebutte sogar das 25- fache an Vitamin C enthält, verglichen mit der Zitrone, ist ein Rätsel 😊.

Selbst Petersilie und Paprika haben die dreifache Menge sowie Grün- und Rosenkohl das Doppelte. Nichts gegen Südfrüchte, aber unsere regionalen Produkte sind nicht nur nachhaltiger produziert, sondern auch noch gesünder. Wir werden in einem der nächsten Blogs ausführlich über ein wenig bekanntes, aber hochinteressantes Produkt aus der Hagebutte berichten, welches uns mit außergewöhnlichen Eigenschaften beeindrucken wird. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, bis dahin bleibt es noch ein bisschen spannend…

 

Wenn wir unseren Blick beim Waldspaziergang im Dezember (ja, Shinrin Yoku geht auch im Winter 😉, im äußersten Fall kann man sogar joggen 😊) von den Beeren und Früchten über Totholzstämme auf den Waldboden gleiten lassen werden wir überrascht:

Austernseitling, Judasohr und Frostschneckling sind allesamt essbare Winterpilze. Der Frostschneckling wächst nur unter Kiefern und braucht frostige Nächte um „zum Leben zu erwachen“.

Den Austernpilz finden wir an abgestorbenen Stämmen oft in Büscheln. Er wächst sogar bei Minustemperaturen weiter.

Das durch seinen Habitus unverwechselbare Judasohr heißt im asiatischen Mu-Err und lebt ebenfalls auf toten Laubhölzern, bevorzugt aber aus bislang unbekanntem Grund den schwarzen Holunder.

Es ist auch in der Outdoorszene als willkommene Zutat bekannt, da es das ganze Jahr über verfügbar und auch roh genießbar ist. Im Jahresverlauf trocknet das Judasohr physiologischer Weise mehrfach komplett aus, wird hart und schrumpft auf 1/10 seiner Größe um sich beim nächsten Regen wieder vollzusaugen. Es büßt auch beim Trocknen nichts von seinen Inhaltsstoffen wie Vitamin B, Eisen, Kalium, Silizium und Magnesium ein und ist daher als haltbarer Mineralstoffsnack nutzbar. In der chinesischen Medizin findet der Pilz Anwendung als Cholesterinsenker, Entzündungshemmer und Schutz gegen Thrombose und Arteriosklerose. (Wer Lust hat kann die Herkunft des Namens einmal googeln)

Übrigens: Wer beim Waldspaziergang oder im Garten daran gedacht hat am Tag der heiligen Barbara, am 4. Dezember, Zweige von Kirsche, Pflaume, Forsythie, Ginster oder Schwarzdorn (Schlehe) zu schneiden, hat pünktlich zu Weihnachten bereits ein bisschen Frühlingsduft unterm Weihnachtsbaum. Wem das jetzt zu spät ist, für den schreiben wir im nächsten Jahr bereits im November eine Anleitung und umfangreichere Informationen zu den Bräuchen rund um die Barbarazweige in den Blog 😊

Was ist los im Wald?

Es ist ruhiger geworden beim Schalenwild. Die Brunft ist vorbei. Die weiblichen Tiere sind beschlagen (trächtig). Die Rehböcke haben das Gehörn schon abgeworfen und beginnen bereits im Dezember das neue Geweih zu schieben, damit es zur Brunft im Sommer stattlich ist. Der Rothirsch hat sich von der Brunft erholt und besitzt seinen Kopfschmuck noch bis Februar. Nur beim Schwarzwild ist die Paarungszeit (Rausche) in vollem Gange damit die Frischlinge nach 3 Monaten, 3 Wochen und 3 Tagen Tragzeit bereits im März/April das Licht der Welt erblicken können.

 

Aktuell ist Drückjagdsaison. Für die Jagdpächter geht es nun darum die gesetzlich vorgeschriebene Jahresstrecke (Anzahl des zu erlegenden Wildes) noch zu erfüllen, damit keine Strafen drohen und der Wald vor Wildschäden geschützt wird. Die Hauptmotivation der Jägerinnen und Jäger ist allerdings die Produktion besten Bio- Wildbretes z.B. für den Weihnachtsbraten. Hierzu mehr im nächsten Blog… Wild schmeckt nämlich auch an Ostern… 😊

Es geht also schon wieder stramm auf Weihnachten zu.

In der oft hektischen Adventszeit mit den Festtagsvorbereitungen, dem Jahresabschluss und der Erkenntnis, dass das Jahr plötzlich schon wieder vorbei ist und die alten “guten Vorsätze“ vom letzten Jahr wieder zu den Neuen für 2020 werden… sollten wir uns ab und zu wenigstens eine kurze Auszeit gönnen. Neben dem Aufenthalt in der Natur und dem Genuss vitaminreicher Leckereien bietet sich in dieser Jahreszeit, schon fast obligat, der Saunabesuch an.

Wohl dem der solch ein Schwitzbad sein Eigen nennen kann. Dieser wird wohl das ganze Jahr über die gesundheitsfördernde, entschlackende und entspannende Wirkung genießen. Andernfalls ist jetzt die Zeit gekommen die wohlige Wärme eines Saunabades zu genießen, wenn draußen der dunkle Winter herrscht.

Wie wäre es mit einem herrlich vorweihnachtlich duftenden, reinigenden Saunapeeling? Das Aprikosenkernöl macht samtweiche Haut und die mystische Wacholdernote vertreibt sogar die Hexen und bösen Geister des scheidenden Jahres 2019 😉

 

 

Uns bleibt für dieses Jahr jedem Einzelnen von Euch für die verbleibenden Tage ein bisschen Entschleunigung zu wünschen. Geht hinaus in die Natur und spürt, dass die dunkle, kalte Jahreszeit in der es ums Überleben geht, nur eine notwendige Zeit der Reinigung und der Erneuerung des Alten darstellt, bevor mit dem Frühling schon bald wieder überall neues Leben erwacht. Wir sind immer noch Teil dieser Natur und unsere Zeit auf diesem Planeten ist nur ein Wimpernschlag in der Zeitspanne der Evolution… also macht was draus… heute… nicht morgen 😊 Versucht die letzten Tage dieses Jahres zu genießen, verbringt Zeit mit Euren Lieben, tut Diesen und Euch selbst Gutes und feiert die Ankunft des neuen Jahres gebührend.

 

Vielen Dank, für Euer Interesse in diesem Jahr. Ab Januar geht es nicht nur in der Natur bei Fuchs, Hase, Hermelin und Co. weiter, sondern auch hier mit neuen spannenden Geschichten aus Wald und Flur.

 

Wir freuen uns auf Euch

Horrido & Waidmannsheil, schützt und genießt die Natur

Inga Hoffmann-Tischner und Robert Tischner

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